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gesicht
überall im öffentlichen raum springen mich botschaften an. manchmal zücke ich die kamera und halte fest, was mir da optisch dargeboten wird. wer mit offenen augen durch stadt und flure streift und - so wie ich - zwanghaft jeden dargebotenen text als persönlich an sich adressierte botschaft interpretiert, wird beim gehen nicht nur die beine bewegen sondern immer wieder auch den kopf. dieses kopfschütteln über das in die landschaft gestellte kommunikationsdesign wechselt sich aber auch manchmal mit einem bewundernden kopfnicken ab. im nachfolgenden möchte ich ein paar dieser bemerkenswerten fundstücke mit euch teilen.

(vorher noch kurz ein kommentar zum bild oben: dieser auf eine unterführung in bürs gesprayte spruch hat was philosophisches, auch wenn er sich mir bis heute nicht zur gänze erschließt. ich werde weiter drüber nachdenken, was der autor damit wohl gemeint haben könnte)


wortstarkes bäckerhandwerk

auch wenn bei manchem bäcker nur belanglose slogans wie "brot & mehr" an der Fassade prangt, ist doch gerade dieser berufsstand bei seinen claims und slogans manchmal recht erfinderisch. vom allgäu bis götzis habe ich da einige beispiele zusammengetragen, die zeigen: bäcker und ihre werber haben's drauf. ein paar gute beispiele, wie man mit bisserl hirnschmalz eine coole botschaft oder einen eingängigen reim produziert. (na ja bei "bake a way" bin ich noch nicht schlüssig, ob's ein hirnrissiger anglizismus ist oder doch eher genial):

guerilla marketing kuttelwascher baecker

schmankerl am wegesrand

ich liebe es, wenn mich zeitgenossen mit ihren witzigen, einfallsreichen ideen zum schmunzeln bringen. dann ist der blick auf den vorbeiziehenden text an der häuserfassade oder auf das "verschönerte" verkehrsschild ein netter ausflug für retina und hirn. und manchmal ist der gag und das wortspiel gar nicht beabsichtigt sondern einfach nur zufall:

guerilla marketing kuttelwascher schmankerl 01

(alles gesagt oder? vorteil für die botschaft: genau gegenüber ist eine ampel mit relativ langer rotphase - so hat man zeit zum lesen)

guerilla marketing kuttelwascher schmankerl 02

(links: klar ist es beschädigung öffentlichen eigentums, aber ein schmunzeln erzeugt der/die militante veganer(in), die da in vorarlberg ihr wesen treibt, auf jeden fall / rechts: die hausnummer 15 hat da ein findiger schuhladen gleich zum firmennamen gemacht - "engen" ist wahrscheinlich der name des inhabers)

guerilla marketing kuttelwascher schmankerl 03

(nach dem entsetzlichen fischkrieg hatte der fischhändler in salzburg dann schließlich so viel frischfisch an bord, dass er ihn sogar verkaufen musste...)

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(und sein konkurrent heißt www.fussfassvorausholsballi.at - auf jeden fall ein hingucker. bleibt im gedächtnis.)

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(ich liebe es, wenn sich texte verselbständigen. die abkürzung "du" für dusche bekam im bregenzerwald plötzlich eine neue bedeutung: hier wird der gast mit "du" begrüßt. sogesehen ist die kampagne im montafon, man solle als gastgeber seinen feriengästen doch das "du" anbieten - gar nix neues)

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(die allgäuer leiden eh schon länger unter der arroganz der münchner großkopfaten. da kam die große werbefläche am memminger flughafen grad recht, um den hauptstädtern eine "neizumwürgn" mit ihrm depparten oktoberfest wo nur no a geldmacherei ist.... so des musste jetzt einfach mal gesagt werden. host mi?)

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(der familienname ist in vorarlberg zwar weit verbreitet, aber dann so eine coole verbindung zum beruf herzuleiten - da gehört schon textliches können dazu. ein lese-aha ersten grades.)

neues aus schilda.

wer ein schild mit einer botschaft in die landschaft stellt, sollte sich seiner kommunikativen verantwortung bewusst sein. denn schließlich tapeziert man die botschaft ja aufs blech, damit sie bei menschen ankommt. wie, das ist oft dem zufall überlassen. und oft hinterlässt der scheinbar schlaueste text beim betrachter immer noch reichlich fragen. merke: bei schildern in der realen welt gibt es keinen "häh- wie ist das gemeint"-button, den man anklicken könnte. da muss die botschaft picken oder die worte sind vergeblich:

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(ob sich der besucher hier am pfänder tatsächlich herzlich willkommen fühlt, wenn er gleich nach der begrüßungsfloskel eine flut von verboten vor den latz geknallt bekommt?)

guerilla marketing kuttelwascher schild gottesdienst

(netter versuch. schon träumt die katholische kirche, dass verzweifelte mütter anrufen: "herr pfarrer, mein sohn ist den ganzen tag im internet und zieht sich eine predigt nach der anderen rein. was kann ich nur tun?)

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(so muss ein verbot formuliert sein: damit auch ja niemand auf die idee kommt, das radfahrverbot kopfstehend auf dem sattel oder freihändig oder auf irgendeine andere art zu umgehen)

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(nicht schön aber sehr informativ: die pfeilomanie hat zugeschlagen. wer nach studium dieser reichhaltigen augenkost noch zeit hat, schafft es dann hoffentlich vor der letzten talabfahrt noch in eines der dargebotenen gasthäuser am schafberg in st. wolfang)

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(diese elitäre zahnazrtpraxis in linz überzeugt schon durch die fassade. drei standorte weltweit - wahrscheinlich stets in außergewöhnlichen locations wie ehemaligen kneipen untergebracht - ziehen die kundschaft magisch an. bleibt zu hoffen, dass die betäubung vor dem bohren nicht mit alkoholischen restbeständen des vorpächters passiert.)

augenschmaus in der city

wer heute außerhalb des internets was verkaufen will, muss sich was einfallen lassen.

entweder setzt man auf "lage, lage, lage" und hofft auf die scharen vorbeiströmender potentieller kunden. und/oder man bietet ein einkaufserlebnis, dass im digitalen shop nicht möglich ist: ein perfekt durchgestaltetes ambiente, das (ver)führt und lust macht. und alle sinne anspricht. dazu ein service (von echten menschen und nicht irgendwelchen avataren), der von kompetenz und freundlichkeit nur so strotzt. es gibt sicherlich viele, viele gute beispiele. und die einzelhändler und gastronomen, die sich derart ins zeug legen, gehören gefeiert und besucht, damit der rubel rollt. hier jeweils ein beispiel aus dem lebensmittelhandel und ein gastro-betrieb, die mich im lauf des letzten jahres in den bann gezogen haben.

solche coolen gastro-bastarde

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mitten in linz, in der passage, in der auch die oberösterreichischen nachrichten untergebracht sind wurde auf gefühlten zweitausend quadratmetern ein gastro-erlebnis realisiert, das augen und ohren offenstehen lässt. getreu dem logo haben sich hier scheinbar ein bäcker, ein metzger und ein brauer ihren gastronomischen traum erfüllt. alte gemäuer und gebäudeteile wurden in die gestaltung integriert. unzählige winkel, ebenen und themenbereiche wechseln sich ab. der grundtenor in der gestaltung setzt auf industrial design, retro und vintage in allen nur erdenklichen facetten. einziges manko ist der service, der nicht ganz so toll funktioniert - aber das ist wahrscheinlich der generellen mangelsituation am arbeitsmarkt für servicekräfte geschuldet. gegessen haben wir bislang noch nicht im glorious bastards - die expertise darüber werde ich beizeiten hier nachholen.

inszenierung eines wertvollen lebensmittels

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auf einen hochexklusiv daherkommenden fleisch-tempel trifft man, wenn man durch konstanz schlendert. im schaufenster empfängt einen schon der blick in den dry aged schrank, wo fleischbrocken das herz der überwiegend männlichen kundschaft höher schlagen lässt. die gestaltung des verkaufs- und imbiss-interieurs erinnert eher an einen feinkostladen als an eine metzgerei. dazu passend das outfit des personals -  elegantes gilet wie beim butler, der einem jeden wunsch von den augen abliest. und dann kann man natürlich auch gleich die passenden weine zum entrocote mitnehmen. perfekt umgesetzte philosophie. chapeau, herr müller.


stille örtchen?


wer wachen geistes durch die welt wandelt, wird selbst an manchem stillen örtchen auf spannende dinge stoßen. und damit ist nicht die erschreckende erkenntnis gemeint, dass "er" doch kürzer ist als man bislang angenommen hat. nein, die öffentliche toillette ist mancherorts als kommunikationskanal entdeckt worden. und zu recht. wo hat man schon seine kundschaft für eine minute unabgelenkt und zappelfrei vor sich. hier lässt sich vortrefflich werbung platzieren - der kunde muss ruhig halten. nachfolgend ein paar wc-shots der letzten jahre:

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("trennen" stand da natürlich ursprünglich. aber durch den eingriff eines pinkelnden gastes bekam das ganze noch mal eine weitere witzige bedeutung)

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(hmmmm, hat das schild links jetzt ein mann oder eine frau aufgehängt? und obwohl die zerstörung öffentlichen eigentums rechts eigentlich nicht gewürdigt gehört und an sich hässlich ist, werden die aufkleberle durch die kratz- und beseitigungsspuren an sich irgendwie auch wieder zum kunstwerk)

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(ruhig halten und gucken. links wird über das kulturprogramm informiert (weiß leider nicht mehr wo das war), rechts (im neuen messegelände dornbirn) soll das rot der pinkelnden meute auch irgendeine emotion entlocken (vielleicht "loslassen" oder so) - keine ahnung. der architekt wird sich schon was dabei gedacht haben.

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(volle visuelle breitseite kriegt man in der talstation der schafbergbahn in st. wolfgang verpasst - oben das sommerbild, unten das winterbild des schafberghauses am gipfel)

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