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"Warum dänische Friseure Österreich lieben." Sorry, wer einen klassischen Reisebericht mit Fotos der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen erwartet, wird hier sicher enttäuscht. Da hat die Google-Bilder-Suche sicher mehr zu bieten. Aufmerksame Leser meiner Website wissen jedoch: Uns geht’s oft um die kleinen Storys, um Begegnungen, coole Street-Art, interessante Plätze und Kneipen.

Kopenhagen hat davon reichlich zu bieten. Im Gegensatz zu anderen europäischen Städten muss man in Dänemarks Hauptstadt keine Angst haben, von einem Auto überfahren zu werden. Das besorgen hier die Radfahrer, von denen es gefühlte Millionen gibt. Die Stadt tut auch viel für dieses Fortbewegungsmittel (eigene breite Radspuren auf fast jeder Straße, eigene Fahrrad-Ampeln und jede Menge Fahrradständer). Es ist auch eine überraschend internationale Stadt (überall wird englisch gesprochen). Trotzdem: In Sachen Design zeigt sich das ganz spezielle skandinavische Gefühl allenortes - z.B. in der Umkleidekabine einer Boutique mit dem - für unsere Breitengrade und unseren Jugendwahn - eher unüblichen Portrait einer alten Frau.

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Oder das Bistro „Sankt Annae 8“ in der Nähe der berühmten Erlöserkirche. (siehe Bild ganz oben)

Dänische Möbel der Designgurus von bolia.com gibt’s jetzt auch in offline-Läden zum Anfassen - wir waren in dem in der Vesterbrogade 67. Skandinavisches Design ist auch bei Geschirr ein Thema. Uns fiel  mal wieder beim Besuch in einem Cafe auf, mit welcher Liebe hier unterschiedliche Farben und Designs zusammengestellt werden:

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Apropos Cafe. Wer in Kopenhagen auf ökologische Ernährung achten möchte, tut sich leicht. In Dänemark ist "Bio" längst auch in den Restaurants und Cafes eingezogen. Über das ganze Stadtgebiet findet man z.B. die Dependancen von "Emmery's" - einem Bäcker/Cafe-Filialisten mit ökologischem Anspruch. Das beste Lachs-Sandwich meines Lebens hab ich allerdings in Sannes Cafe -  in der Vesterbrogade (Nr. 122) gegessen.

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Und wo wir’s grad vom Einkehren haben: Essen und Trinken ist - wie in allen skandinavischen Ländern sehr teuer. Trotzdem haben wir - wie von Einheimischen bestätigt - die billigste Kneipe Kopenhagens gefunden. Obwohl wir fast jeden Abend dort einkehrten, wissen wir nicht, wie sie heißt. Sie liegt in der Larsbiornsstrade und ist eigentlich nicht zu übersehen (siehe Bilder).

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Das Ambiente sei seit den 80ern unverändert, die Musik ebenso. Und der Bierpreis gottseidank auch. Zwei kleine Tuborg gibt’s zusammen für erschwingliche 25 Kronen (ca. EUR 3,60). Anderenortes zahlt man im Schnitt zwischen 5,- und 9,- Euro für ein kleines Bier.

Street-Art ist in Kopenhagen im Vergleich zu anderen europäischen Städten eher Mangelware, aber wir haben ein paar schöne Exemplare entdeckt - nachfolgend ein Beispiel (in der Bildergallerie links gibt’s noch mehr zu sehen).

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Natürlich stand auch ein Besuch in Christiania auf dem Programm. Das seit den 70ern autonom verwaltete Gelände (von Hippies besetzt und als Freistadt Christiania ausgerufen) bezieht von der Stadt lediglich Strom und Wasser. Alles andere organisieren die Einwohner der Kommune selbst - inklusive der Müllabfuhr (siehe Bild unten).

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Klar ist von dem einstigen Flair dieser Hippie-Kommune nicht viel geblieben (Ausflugsbusse organisieren inzwischen Besichtigungen in dem exotischen „Stadt“-Teil). Junge Leute zieht es vor allem wegen des dort geduldeten Haschisch-Konsums hin. Und letztlich muss auch dort gearbeitet werden für den schnöden Mammon. So kommen z.B. die berühmten Lastenfahrräder (Christiana-Bikes) dort her.

Es gäbe noch viel zu berichten. Zum Beispiel die Geschichte des Argentiniers mit dem Che Guevara-Tatoo, der seine kleine Tochter Lupe im Kinderwagen spazieren fährt und uns erzählte, dass in Dänemark auch Männer Anspruch auf 30 Wochen Karenzzeit haben.

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Oder vom Metzger mit dem sehr untypischen Ladendesign (siehe Bildergallerie links - Slagteren ved kultorvet). Oder von den Möven, die sich als Kulturfolger in Kopenhagen auf die Reste in Pizzakartons "spezialisiert" haben. Oder dass die Parkhäuser hier meistens "ledig" sind. Oder das Schaufenster-Design des Diesel-Shops, das sich an einem Effekt aus „Krieg der Sterne“ orientierte, und statt Han Solo diesmal seine Jeans in Karbonit „einfror“.

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Oder von den vielen Friseursalons, die oft mit uraltem Mobilar eingerichtet sind oder mit topmodernen Designstücken. Einer der Haarkünstler (selbst allerdings ohne Haarpracht) setzte sich für’s Foto sogar in seinen antiken Friseursessel aus den 40ern und strahlte uns durch den Spiegel an.

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Gemeinsam haben sie alle, dass sie uns als Österreicher (wir schauten auf ein Schwätzchen bei manchen rein) lieben. Denn seit Conchita Wurst glauben Sie, ganz Österreich sei so tolerant wie ihr Heimatland. Insofern hat der Songcontest tatsächlich etwas für Österreichs gute Reputation im Ausland getan (abgesehen von einigen östlichen Ländern, die noch im Mittelalter verharren).

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