K
guerilla-elements-logo

gesicht
sondern blitzdumm. Warum ich mich für meine eigene Zunft manchmal schäme. Manc hmal schäm ich mich dafür, dass ich - zumindest was meine Fachgruppenzugehörigkeit laut Wirtschaftskammer betrifft - als Werbeagentur gelte. Denn was in dieser - hauptsächlich mit sich selbst und ihren Profilierungsneurosen beschäftigen Branche - an unüberlegtem Schwachsinn produziert wird, passt auf keine Kuhhaut. So ist Geiz überhaupt nicht geil sondern eigentlich ein Schuss ins eigene Knie.

geizistnichtgeil 2

Das Problem ist nur, dass der Schmerz erst sehr viel später einsetzt - dann nämlich, wenn Otto Normalverbraucher seinen Arbeitsplatz verliert, weil sein Arbeitgeber die Produktion nach Fernost ausgelagert hat. Klar geht Otto dann mit seinen Gewerkschaftskollegen auf die Barrikaden und demonstriert vor den Toren der zugesperrten Fabrik. Aber scheinbar reicht der Verstand dieser trägen Masse Mensch dann doch nicht so weit, zu erkennen, dass die eigene krankhafte Schnäppchenjagd den eigenen Job gekostet hat. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von jenen Bevölkerungsschichten, die wirklich auf jeden Euro schaun müssen, um über die Runden zu kommen. Ich rede von der immer noch satten und - im Vergleich zum Rest der Welt - megareichen Mittelschicht, für die es eine Art "Erfolgserlebnis" ist, eine Ware noch billiger als mit Bestpreisgarantie angepriesen zu finden. (Arme, satte Menschheit. Vielleicht sollten wieder ein paar Mammuts und Säbelzahntiger her, die wir anstatt unserer vielen Freiheit totschlagen könnten). Kurzfristiges, unreflektiertes und nur auf sich und seine eigene momentane Situation bezogenes Denken zeichnet uns Wohlstandsmenschen aus. Eine Dummheit, die z.B. auch im Lebensmitteleinzelhandel zum allgemeinen Verhaltenscodex geworden ist. Das Marketing bietet unzählige Möglichkeiten, Argumentationen und Wege, um sein Produkt anzupreisen (vorhandenes Hirnvorausgesetzt). Im Einzelhandel findet sich seit Jahrzehnten dagegen nur ein einziges Konzept: Billiger, noch billiger, am billigsten. Durch die Wirtschaftsmacht, die die paar wenigen LEH-Ketten in Europa inzwischen haben, nötigen sie ihre Hersteller nicht nur zu ständig noch größen Preisabstrichen (die natürlich irgendwo bei der Qualität eingespart werden müssen), sondern setzen sich auch noch frech über geltendes Recht hinweg - auf Kosten der Gesundheit von uns Verbrauchern. So meint man doch üblicherweise, dass alles, was man im Supermarkt kauft eine Art "Prüfung" einer neutralen, objektiven Stelle passiert hat. Weit gefehlt. Jeder Hersteller verpflichtet sich zwar, die geltenden Gesetze und gesundheitlichen Bestimmungen einzuhalten, kontrolliert wird das jedoch nur stichprobenartig. Und auch erst dann, wenn die Lebensmittel bereits im Regal liegen. Skandale wie die Gammelfleisch-Sauerei ist dabei nur ein - gottseidank öffentlich gemachter - Wahnsinn. Verwenden alle in einem bestimmten Segment konkurrierenden Anbieter den selben Dreck in ihren Lebensmitteln, wird es relativ lange dauern, bis dies aufgedeckt wird. Denn die meisten Stichproben aus dem Regal werden auf "Denunziation" des einen Herstellers gegen einen anderen entnommen. Sitzen alle im selben Boot, wird kaum jemand den anderen anschwärzen. Und wir Verbraucher fressen den Dreck und können nur hoffen, dass die AK mal wieder eine Aktion macht und genauer in die Supermärkte und Fleischtheken schaut. Kaum jemand wird auch davon Kenntnis bekommen, dass eine der größten LEH-Ketten Europas ihre Hersteller dazu nötigt, z.B. die Deklaration von tatsächlich, enthaltenem Glutamat wegzulassen, weil dies "verkaufshemmend" sei. Ob ein Glutamat-Allergiker beim Verzehr des Produkts einen Allergieschock bekommt und an dem Produkt erstickt, interessiert die Herren Manager wenig.

Tiananmen Massaker

Das Massaker am Tian'anmen-Platz 1989 könnte sich heute ganz schnell wiederholen, sobald das
chinesische Volk nach Demokratie rufen würde.


Unsere heile Konsum-Welt im geschützten EU-Wirtschaftsraum.

Hier im geschützten EU-Raum erkennt man bei genauerem Hinsehen schon eine sehr perverse Grundeinstellung. Auf der einen Seite wird dieser politische und wirtschaftliche Raum hermetisch für Außenstehende abgeriegelt (das wurde mir erst bewusst, als ein Bekannter aus Südamerika mir von seinen Schwierigkeiten berichtete, nach Österreich kommen zu dürfen - obwohl er mit einer Österreicherin verheiratet ist), zum anderen sind uns unsere Außengrenzen dann aber doch nicht mehr so wichtig - dann nämlich, wenn es darum geht, Waren aus Entwicklungsländern zu einem Spottpreis zu beziehen. Und das wohlwissend, dass diese Länder vorallem deshalb so preiswert produzieren können, weil sie sich einen Dreck um soziale und ökologische Mindeststandards scheren. Da freut sich Otto Normalverbraucher, wenn er Textildiscounter ein T-Shirt um 2 Euro ergattert und spürt noch nicht einmal das klebrige, stinkende Blut, das an dieser Textilie klebt. Er streift sich mit dem T-Shirt - höchstwahrscheinlich aus chinesischer Produktion - ein Produkt aus einem Land über, das bis heute jährlich tausende Menschen aus politischen Gründen hinrichtet und foltert, dessen Bevölkerung mit wirtschaftlichem Vollgas ruhig gehalten wird (Revolutionen sind noch nie von einem satten Volk losgetreten worden), dessen Umwelt konsequent dem Diktat der Wirtschaft untergeordnet und zerstört wird (70% der großen Flüsse Chinas sind praktisch tot - weil darin mehr Chemikalien z.B. Chlorbleiche von Textilfirmen schwimmt, als Wasser) und das schlicht und ergreifend eine DIKTATUR ist. Hallo Leute - habt ihr das registriert. China ist eine Diktatur. Fidel Castros Kuba wird seit der kommunistischen Revolution von den USA mit einem Boykott belegt, aus China jedoch wird fleißig importiert. Wo bitteschön ist der Unterschied zwischen diesen beiden kommunistischen Diktaturen. Oh ja ich weiß es - in China locken über 1 Milliarde potentielle Konsumenten auf unsere Produkte. Nur zu dumm, dass diese Exporte nicht ganz so geschmiert laufen, wie wir Wessis denken. Maschinen - einmal geliefert, werden in China in Windeseile nachgebaut und schon bei der nächsten Branchenmesse glaubt der deutsche Maschinenbauer in den Spiegel zu schauen - nein, nein es ist nur der Messestand seines (früheren) Kunden und jetzigen Konkurrenten.

Trotzdem gibt es - gottseidank - noch Ausnahmen. Menschen, die Unternehmen leiten, die ihre Schädelschale nicht als Blumentopf sondern als Gefäß für ihr Gehirn verwenden. Unternehmen, die in Europa fertigen und die man deshalb unbedingt unterstützen sollte - nicht aus irgendeinem falsch verstandenen Nationalismus, sondern schlicht und ergreifend aus dem wirtschaftlichen Selbsterhaltungstrieb heraus.

Nachfolgend einige der Firmen, die Verantwortungsgefühl und Weitsicht zeigen und in Europa fertigen (Liste wird laufend ergänzt):

Laufschuhe (www.lunge.com)
T-Shirts, Trainingsanzüge, Basics (www.trigema.de)
Sportklamotten/Outdoor (www.loeffler.at)

Verwandte Beiträge

  • Geiz ist nicht geil

    Geiz ist nicht geil

    Dienstag, 27. Januar 2009 00:00
    sondern blitzdumm. Warum ich mich für meine eigene Zunft manchmal schäme. Manc

Aktuelle Stories

montafoner gastlichkeit

18. September 2019
daniel dönz und seine familie betreiben i
mehr...

ökobibel für bauherren

10. März 2019
ökologisch verantwortungsollen bauherren
mehr...

so geht selbstvermarktung

06. Dezember 2018
in der nähe von linz steht ein gemüse- u
mehr...

smarte lehrlings website

06. September 2018
im duden wird das modewort „smart“ mit
mehr...

der hightech zahnarzt

28. August 2018
website-update für die zahnarztpraxis arm
mehr...

fräser an. film ab.

21. August 2018
ein bild sagt mehr als tausend worte. 25 b
mehr...

Inhalte suchen

..

Adresse

Franz Kuttelwascher,  guerilla elements®
6911 Lochau / Austria
fon +43 660 7085023
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

sitemap  impressum  datenschutz
 
guerilla-elements® ist ein eingetragenes
Markenzeichen von Franz Kuttelwascher