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Ein Begriff und seine Unbegreiflichkeit
„Revolution“ - ein Begriff, der immer noch erschreckt, obwohl er mittlerweile z.B. in der Werbung völlig sinnentleert und inflationär zum gebräuchlichen Reklamevokabular verkommen ist (vom revolutionären Motorenöl bis zur Revolution in der Mundhygiene). Der Revolutionsbegriff erschreckt, weil er nach wie vor mit linksextremistischer Politik in Verbindung gebracht wird, weil wir nach wie vor eine pseudoanarchistische Weltanschauung damit verbinden und weil zahlreiche politische und gesellschaftliche Umbrüche des letzten Jahrhunderts diesen Begriff mit Krieg, Not und Elend aufgeladen haben.

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1. Revolution / (R)evolution
Nicht von ungefähr steckt in dem Begriff „Revolution“ das Wörtchen „Evolution“. Revolution als eine vom Geist initiierte und getragene Veränderung (Evolution) als Ergänzung (Vervollkommnung) der automatisch ablaufenden Evolution in der Natur. Evolution wirkt von außen auf uns ein. Revolution wirkt von innen nach außen. Oder anders ausgedrückt: Evolution paßt in einem langwierigen Prozess das Lebewesen den sich verändernden Lebens-bedingungen bzw. Erfordernissen an. Revolution hingegen versucht als ausgleichendes Moment in kürzeren Wirkungsintervallen genau das Gegenteil - nämlich die Lebens-verhältnisse dem Lebewesen anzupassen.
Im Zusammenspiel dieser beiden Elemente - der langfristigen, automatisch und naturbedingten Evolution und der bewußten, von Geist initiierten Revolution entsteht überhaupt erst eine Menschheits-Entwicklung, die es verdient, als solches bezeichnet zu werden.

Die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt unterliegt (wenn man von den Einflüssen durch den Menschen absieht) ausschließlich dem Diktat der Evolution. Der Mensch hingegen nutzt seinen Geist, um darüberhinaus selbst kraftvolle Akzente in seiner Entwicklungs-geschichte zu setzen. Ob dieses „Hineinpfuschen“ in die Evolution, in das Rad der Geschichte, in das Gleichgewicht der Naturgesetze nun positive oder negative Folgen hat, sei dahingestellt. Fest steht, daß der Mensch als einziges komplex denkendes und sich selbst bewußtes Wesen auf diesem Planeten seinen Geist einsetzen kann, um Veränderungen seines eigenen Lebensraumes auch in großem Maßstab herbeizuführen. Und er wird und muß dies tun. Die Bewertung in positiv und negativ obliegt unseren Urenkeln. Aber diese werden manchen heute verteufelten Umbruch als Fortschritt feiern und umgekehrt. Rückblickend gibt es in der Menschheitsgeschichte keine richtigen und falschen Entwicklungen (Höchstens Umwege - aber selbst die braucht es.). Denn selbst jeder negative Aspekt in unserer Geschichte war notwendig und ein wichtiger Erfahrungs-Baustein für unsere Gegenwart. Kein Krieg, der uns erspart geblieben wäre, würde am jetzt etwas ändern - ganz im Gegenteil, vielleicht müßten wir ihn stattdessen heute ausfechten.


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Bildquelle: Wikipedia, public domain

2. Der Revolutionsbegriff und seine wandelnde Bedeutung.
In der christlichen Spätantike tauchte der Begriff „revolutio“ zum ersten mal auf und meinte damals „zurückrollen“. Der Begriff wurde vor allem in astronomischem Zusammenhang für die Bewegung des in sich zurück-kehrenden, kreisförmigen Umlaufs - z.B. des Mondes - verwendet. Augustinus verwendete den Begriff für den Gedanken der Wiederver-körperung bzw. Wiederkehr der Zeiten (Seelenwanderung). Die politische Bedeutung des Begriffs hat seinen Ursprung in Italien. Schon im 14. Jahrhundert wurden heftige Unruhen in den Stadtrepubliken als „rivoluzione“ und „rivoltura“ bezeichnet.

Heute steht der Begriff für militärische, politische und/oder soziale Umbruch-Prozesse, die schnell und heftig ablaufen und meist bewußt von „Berufsrevolutionären“ initiiert und gesteuert sind.

Obwohl jede Revolution letztlich von einer Massenbewegung durchgesetzt wird - d.h. die Masse gibt der Idee erst die Power (Elias Canetti „Masse und Macht“), haben wir spätestens seit der Französischen Revolution erkannt, daß es einer intellektuellen Keimzelle bedarf, die ideologischer Initiator und Lenker des Umbruchs ist. Wie schwierig es für diese Elite jedoch ist, die Masse unter Kontrolle zu halten, wenn diese erst mal in Fahrt ist, zeigt ebenfalls das Beispiel der Französischen Revolution. Soll der         Umbruch gelingen, bedarf es deshalb sehr viel mehr als einiger zugkräftiger Parolen. Gute Revolutionäre befassen sich vor oder zumindest während der Revolution bereits mit dem „Danach“. Revolutionäre benutzen die Massen, sind sich aber der Unberechenbarkeit einer in Bewegung geratenen Masse sehr wohl bewußt. Mao Tsetung schuf mit seiner Partei eine Organisation, die - lange bevor der Befreiungskrieg gegen die japanische Besetzung und der Bürgerkrieg gegen die Kuomintang begann, bereits für die Zeit nach all diesen Wirren eine klare Kaderstruktur festlegte. Diese war - nachdem die Volksrepublik ausgerufen wurde - bereits eine gefestigte klare Hirarchie, die sehr schnell die Kontrolle über die Volksmassen wahrnahm.

Die französische Revolution - als Vorbild aller neuzeitlichen Revolutionen - schuf ein Bewußtsein, daß Revolution kein zufälliges Ereignis ist, sondern durchaus planerisch „gemacht“ werden kann. Jedoch nicht - wie der Anarchismus glaubt - aus freiem Willensentschluß und durch die „Propaganda der Tat“, sondern durch das Begreifen und Lenken der Dynamik sozio-ökonomischer Konflikte.

(Quelle: Werner W. Ernst: Theorie und Praxis der Revolution)

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3. Revolution in Marketing und Unternehmenskultur
 Revolution nährt sich aus dem Streben nach Veränderung. Falsch wäre es jedoch, Revolution nur als ein einmaliges, aufrüttelndes „Event“ zu sehen. Es muß vielmehr eine Kultur des Hinterfragens und Infragestellens von Gegebenheiten und Rahmenbedingungen im Markt draußen ebenso wie innerhalb des Unternehmens etabliert werden. Dieses Hinterfragen darf nicht einmal vor dem Unternehmensgegenstand halt machen (Beispiel Preussag: Aus einem Stahlhändler wird ein Touristikkonzern). Zu beachten ist allerdings, daß sich eine Revolution nicht darauf reduziert, gegen etwas zu sein, sondern sie muß vor allem auch vermitteln können, wofür man kämpft. Die Märkte sind in Bewegung. Da können Unternehmen nicht stillstehen. Die drei wichtigsten taktischen Aufgaben im Partisanenkrieg bestehen darin, die eigenen Truppen im Bedarfsfall „aufzulockern“ (d.h. bis auf homöopatisches Maß zu verteilen und zu verdünnen, bis sie vor dem Gegner nicht mehr als Armee wahrgenommen werden können), zu „konzentrieren“ (wenn es darum geht,
einen gezielten Schlag auszuführen) oder zu „verlegen“ (um sich neue Angriffsziele zu suchen bzw. einem unsinnigen Kampf aus dem Weg zu gehen). Auch die unternehmerische Revolution als tägliche Pflichtübung braucht Revolutionäre - eine intellektuelle Elite, die als Impulsgeber und Steuermodul fungiert. Diese Elite zu formieren kann z.B. Inhalt des begleitenden Guerilla-Marketings sein, wie ich es anbiete. Wichtige Lektionen auf diesem Weg heißen beispielsweise:

- Führen durch Visionen
- Umwege suchen
- Fehler dürfen geschehen
- Informelle Strukturen erkennen und nutzen

Steht die Truppe, kann man sich in den Dschungel sprich in den Markt begeben. Und dort warten neue Lektionen auf Marketing-Revolutionäre.

"Die Revolte ist höchstens die Einschulung, die Revolution jedoch der tägliche Unterricht."




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